Freitag, 24. Juni 2011

asozial, wie es im Duden steht

Es ist mir einfach immer wieder unbegreiflich, warum ich immer alles auf die Hardcore-Tour lernen muss. Erst das neue Leben in einer neuen Stadt, die erste Prüfungszeit im Studium und nun das Studenten-dasein in Aktion.

Morgen ist die Simulation der Generalversammlung der UN und ich musste natürlich ein grottiges Land wie Frankreich zugeteilt bekommen. 4 Mitdelegierte hatte ich in der Gruppe. Eine sprang schon nach dem ersten Tutorium ab, die nächsten zwei entschlossen sich dazu eine schriftliche Ersatzleistung zu bringen und wie erwartet hat mich die dritte Person aus der Gruppe heute hängen lassen.
Man stelle sich vor, man vertritt Frankreich auf einem internationalen, neutralen Boden und hat kaum Ahnung, weil man sich auf seinen Delegations-SPRECHER verlassen hat. Jedes scheiß Land will die Meinung Frankreichs und natürlich wollen die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates einen Konsens finden.
Man muss dazu sagen, dass ich ein Mensch bin, der übelst ungern im Mittelpunkt steht und nun kennen mich über 100 Studenten als "FRANKREIIIICH!!!". Ich hasse es. Ich war von Anfang an gegen eine Teilnahme an solch einer Simulation, wollte aber auch keine 2 Klausuren schreiben. Jetzt hab ich den Salat.
Ich muss auch sagen, dass ich es von den Tutoren extrem unfair finde, dass sie davon ausgehen, dass ich das alles alleine schaukel und mich auch für einen Resolutionsentwurf von dreien entscheiden musste, obwohl ich mich mit niemandem besprechen konnte.
Das Beste ist, dass ich vor was weiß ich wieviel 100 Leuten (mit Zuschauern), wie jede andere Delegation, eine Antrittsrede halten soll.
Verständlicherweise (wie ich finde), bin ich dann am Ende der Verhandlungen in Tränen ausgebrochen. Das ist (neben dem Prüfungsstress) einfach zu viel Druck!
Zum Glück eilte mir eine Delegierte Großbritanniens zu Hilfe und wechselte zur französischen Delegation. Ein Delegierte aus Indonesien schreibt sogar meine Antrittsrede. Unglaublich, dass es in diesem eiskalten (im übertragenen Sinne) noch Menschen mit Herz gibt, die einem in der Not helfen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch andere Studenten bei so einem Druck ausrasten. Das ist einfach nicht machbar für eine Person, wenn es eigentlich 5 Personen in jeder Delegation geben sollte.


Meinen Mitdelegierten wünsche ich lebenslanges Versagen und Arbeitslosigkeit.