Insgesamt waren die Wochen ziemlich hart und teilweise sehr schmerzhaft für mich.
Anfangs viel es mir sehr schwer mich von zu Hause zu lösen und neue Freunde zu finden, aber schlussendlich habe ich festgestellt, dass es mir gelungen ist. Es sind jetzt zwar weniger als eine Hand voll Leute, aber ich glaube im nächsten Semester, werden sie mir ans Herz wachsen.
In der Zeit als ich starkes Heimweh hatte, haben mir aber meine Freunde aus dem "Schwabenland" sehr geholfen. Ich danke jedem einzelnen dafür, auch wenn wir inzwischen so gut wie keinen Kontakt mehr haben.
Das verrückte ist, dass ich derzeit, nach neun Tagen Sehnsucht nach Thüringen habe. In den Weihnachtsferien hatte ich noch geheult, weil ich nicht mehr zurück wollte und nun bin ich gottfroh, dass ich wieder hochfahren kann wann ich will.
Ich habe auch bemerkt, dass ich mich hier nicht mehr wirklich heimisch fühle. Das liegt wohl daran, dass ich mich von meinen "schwäbischen" Freunden vernachlässigt fühle un das schon am Anfang des Jahres. Als ich sie am meisten brauchte, war nur eine Person für mich da und diese ist der einzigste Grund, warum ich überhaupt länger hier bleiben will, sonst würde ich schon nächste Woche wieder hoch fahren.
Eigentlich wollte ich auch über das Semester immer wieder runterfahren, aber ich frage mich seit Wochen: "Warum soll ich überhaupt noch runter fahren? Meine beste hat eh keine Zeit für mich und einige Gesichter will ich sowieso nicht sehen.". (Zudem bin ich um 400€ leichter, was mich ziemlich frustriert, aber naja. War meine eigene Dummheit. Muss mich einfach mit den Konsequenzen abfinden.)
Naja, ich bin aber nicht die einzigste, die ihre Freunde verliert. Einem Freund aus der Uni geht es genauso, hat er verlauten lassen. Man lebt sich nunmal auseinander. Ich find es zwar schade, aber das Leben geht nunmal weiter und ich für meinen Teil will mich unbedingt weiter entwickeln, meinen Weg gehen und mich nicht nur auf dem Laufband bewegen.
In den letzten Wochen hab ich mich dennoch sehr einsam gefühlt. Ich denke das wird auch eine Weile so bleiben, aber ich hege die Hoffnung, dass alles bald besser wird, auch wenn ich nie vergessen werde, was alles vorgefallen ist.
Nun zu einigen positiven Sachen:
ich habe die Prüfungen, die ich bestehen musste, bestanden. Politik mit 2,7 (is zwar nicht so prickelnd, aber es hätte besser laufen können) und Arbeitsweisen (hier gab es keine Noten).
Soziologie werde ich ja sowieso abwählen, Politik als Kernfach und ab nächstem Wintersemester Arabistik als Ergänzungsfach wählen. Das genialste ist, dass ich einen aus Soziologie kennengelernt hab, der auch Arabistik als Ergänzungsfach wählen will. Zumindest wird dieses Fach in seiner Auswahl berücksichtigt. Der Kommilitone gehört sogar zu den wenigen, die mir sympathisch erscheinen. Is das nich wundervoll? Also ich finds gut. ^^
Auch wenn ich es schonmal erwähnt hab, würde ich gern nochmal erzählen was ich kommenden Sommer vorhab:
Ich werde diverse Burgen besichtigen, einen Kumpel in Dresden besuchen, nach Leipzig tuffern, sowie nach Berlin, um Mömi zu besuchen, mit Bekannten aus Schwaben schau ich mir In Extremo in Erfurt an, im August gehts zum Summerbreeze, meine Brieffreundin aus Halle muss auch noch besucht werden ^^ und vielleicht mach ich noch einen Trip mit meiner Besten. Wir wissen nur noch nicht wohin. =D Vielleicht reicht das Geld dann auch noch für 1-2 Konzerte.
Ach un das beste hab ich noch überhaupt nicht erwähnt. In Jena hat eine neue "Metal-Kneipe" eröffnet. Das is doch mal was feines! Das Bier für 2€ Gibt's was besseres? Ich glaube nicht! Freu mich jetzt schon darauf da mal rein zu gehen.
Das zweite Semester kann nur besser werden!
Abschließen möchte ich nun mit Worten von Stefan Zweig:
"Gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts mehr Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht nehmen."
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